Streaming hat die CD nicht verdrängt — es hat sie neu bewertet. Wer eine gewachsene Sammlung an Silberscheiben besitzt, hält ein kulturelles und klanglich wertvolles Archiv in den Händen, das auf keiner Plattform vollständig verfügbar ist. Und wer diese Sammlung ernst nimmt, braucht dafür das richtige Abspielgerät: einen dedizierten CD-Player, der für genau diese eine Aufgabe entwickelt wurde — nicht einen Universalplayer, der CDs als Nebenaufgabe mit erledigt. Die Pro-Ject CD Box E ist der Einstieg in Pro-Jects Box-Ökosystem und macht audiophile CD-Wiedergabe zu einem Preis zugänglich, der sie für eine sehr breite Hörerschaft attraktiv macht.
Das Gerät ist kompakt — im sogenannten Halbbreiten-Format, das nahtlos zur Pro-Ject Stereo Box E passt und sich in jeden Regalplatz fügt. Die Frontplatte aus gebürstetem, eloxiertem Aluminium teilt die CD Box E mit Pro-Jects deutlich teureren S-, DS- und RS-Linien — das Metallgehäuse schirmt empfindliche Schaltkreise zuverlässig gegen elektromagnetische Einstreuungen ab. Was die CD Box E klanglich auszeichnet, entscheidet sich jedoch im Inneren.
Nur für CDs
Echtes Red-Book-Laufwerk, auf CD-DA optimiert — kein Videolaufwerk, kein Kompromiss
Transport oder Player
S/PDIF-Koaxialausgang für externen DAC — nach oben hin keine Decke
Bitgenaue Wiedergabe
1:1-CD-Auslese wie bei den größeren Box-Modellen — kein Klangverlust durch Oversampling-Fehler
Warum ein dedizierter CD-Player besser klingt
Ein DVD- oder Blu-ray-Player, der auch CDs abspielt, löst die Aufgabe — aber selten besonders gut. Der Grund liegt im Kompromiss: Das Laufwerk ist primär für die höheren Datendichten von Video-Discs ausgelegt, der D/A-Wandler für Mehrkanalton optimiert, und die gesamte Schaltungsarchitektur teilt sich den Signalpfad mit Videoelektronik und deren Störquellen. Ein dedizierter CD-Player hat dagegen eine einzige Aufgabe: den auf der Compact Disc gespeicherten 16-Bit/44,1-kHz-Stereoton so korrekt und störungsfrei wie möglich auszulesen und zu wandeln.
Das echte Red-Book-CD-Laufwerk der CD Box E ist ausschließlich für diesen Standard ausgelegt — es liest Fehler mit der Fehlerkorrektur, die der CD-Standard definiert, und gibt das Digitalsignal mit minimalen Jitteranteilen an den D/A-Wandler weiter. Der Mechanismus ist in einer stoßfesten Halterung entkoppelt montiert, um Laufwerksvibrationen vom Rest der Schaltung fernzuhalten. Das ist konstruktiv aufwändiger als eine einfache Einbaulösung — und hörbar.
Das Herzstück der Klangelektronik ist der Relmon MS8413 — ein jitterarmer 24-Bit/192-kHz-Multi-Bit-Delta-Sigma-Wandler, der nicht zum Standardrepertoire günstiger CD-Player gehört. Jitter — minimale Zeitfehler im digitalen Datenstrom — ist einer der wichtigsten klangbeeinflussenden Parameter bei der D/A-Wandlung: Er verschleiert feine Timing-Informationen, die das Gefühl von Präzision und Räumlichkeit ausmachen. Der MS8413 minimiert diese Zeitfehler konstruktionsbedingt, was unabhängige Tester übereinstimmend als klangliche Stärke der CD Box E benennen. StereoNET attestiert dem Gerät einen Klang, der deutlich teurere CD-Player beschämt — und das bei einem Preis, der für diese Qualität schlicht erstaunlich ist.
Die 1:1 bitgenaue Wiedergabe — dieselbe Architektur wie bei Pro-Jects größeren CD-Box-Modellen — stellt sicher, dass kein Signalinhalt durch fehlerhaftes Oversampling oder schlechte Wandler-Implementierung verlorengeht. Der Ausgangspuffer mit sehr niedrigem Ausgangswiderstand sorgt dafür, dass Kabelkapazitäten und Verstärkereingangswiderstände das Signal auf dem letzten Meter nicht verformen — ein Detail, das in dieser Preisklasse selten ist.
Transport-Funktion & Upgrade-Pfad
Die CD Box E ist mehr als ein Standalone-Player: Der S/PDIF-Koaxialausgang ermöglicht den Betrieb als reines CD-Laufwerk, das ein hochwertiges externes DAC-Gerät speist. Wer bereits einen DAC besitzt oder in Zukunft in die externe Wandlung investieren möchte, verliert mit der CD Box E keinen einzigen Euro seiner Investition — das Laufwerk arbeitet dann als präziser Transport, und die klangliche Qualitätsgrenze liegt beim externen Wandler, nicht beim Laufwerk. In Tests mit dem Chord Qutest — einem DAC, der ein Vielfaches der CD Box E kostet — öffnete sich das Klangbild erwartungsgemäß weiter, der Klang war offener und höher aufgelöst. Gleichzeitig war der Sprung deutlich kleiner als der Preisunterschied vermuten ließ: der Tester wäre gut damit durchgekommen, den Player in der Originalform zu betreiben.
| Hersteller |
Pro-Ject Audio Systems |
| Modell |
CD Box E |
| Unterstützte Formate |
Red Book CD-DA |
| Laufwerk |
Echtes Red-Book-CD-Laufwerk, stoßfest gelagert, Slot-in |
| D/A-Wandler |
Relmon MS8413 — jitterarm, 24-Bit/192-kHz Multi-Bit-Delta-Sigma |
| Analoger Ausgang |
1 × Paar RCA/Cinch, Ausgangspegel 1,8 V RMS / 0 dB FS |
| Digitalausgang |
1 × S/PDIF coaxial (für externen DAC/Transport-Betrieb) |
| Frequenzgang |
20 Hz – 20 kHz (−0,2 dB) |
| Klirrfaktor (THD) |
< 0,04 % / 1 kHz |
| Geräuschspannungsabstand |
> 85 dB |
| Kanaltrennung |
> 65 dB |
| Frontblende |
Gebürstetes, eloxiertes Aluminium mit Aluminiumtasten |
| Gehäuse |
Robustes Metall (EM-abgeschirmt) |
| Stromversorgung |
12 V / 2 A DC Netzteil (extern), Standby < 0,5 W |
| Abmessungen (B × H × T) |
206 × 55 × 153 mm (160 mm mit Buchsen) |
| Gewicht |
1.430 g (ohne Netzteil) |
| Fernbedienung |
Inklusive (Batterie: 2 × AAA 1,5 V) |
| Farben |
Silber / Schwarz |