Testschallplatten & Justage-LPs
Messen statt raten – präzise Einstellungen für perfekten Klang.
Testschallplatten dienen nicht dem Musikhören, sondern der technischen Optimierung Ihrer HiFi-Kette. Sie enthalten spezielle Testsignale, Frequenzsweeps, Phasenprüfungen und Abtasttests, mit denen Sie Ihre Anlage exakt justieren und kontrollieren können.
Besonders empfehlenswert ist eine Test-LP nach dem Tonabnehmerwechsel, beim Einstellen des Antiskatings oder zur Kontrolle der Kanalbalance. Wo man sich sonst auf das Gefühl verlassen muss, liefert sie eine klare, reproduzierbare Referenz.
Jedes Band ein präziser Prüfton
Was eine Testschallplatte für Ihren Plattenspieler leistet
Gleiches Übersprechen und gleicher Pegel auf beiden Kanälen – für eine stabile, mittige Bühne.
Die Skatingkraft so ausgleichen, dass die Nadel beide Rillenflanken gleich stark abtastet.
Prüfen, wie sicher Tonabnehmer und Tonarm auch laute, stark modulierte Passagen meistern.
Tonarm-Resonanz kontrollieren und falsch gepolte oder vertauschte Kanäle sofort erkennen.
Was auf einer Testschallplatte steckt
Eine Testschallplatte ist ein Messwerkzeug in Plattenform. Jedes Band enthält ein exakt definiertes Signal, das mit hoher Präzision geschnitten wurde – meist mit Ansagen, damit Sie auch ohne Messgeräte wissen, was gerade läuft. Typische Inhalte im Überblick:
Manche Platten kombinieren die Prüfsignale mit ausgewählten Musikaufnahmen. So lässt sich das Ergebnis der Justage direkt im Hörtest überprüfen.
Wann sich eine Testschallplatte lohnt
Eine gute Justage-LP hilft Ihnen, Verzerrungen zu erkennen, Kanalunterschiede zu beseitigen und das Beste aus Ihrem Tonabnehmer herauszuholen. Gerade im High-End-Bereich ist die regelmäßige Kontrolle mit professionellem Testmaterial Standard – und hörbar lohnend. Diese Situationen sind typische Anlässe:
Testergebnisse richtig deuten
Die meisten Tests lassen sich nach Gehör auswerten. Entscheidend ist, worauf Sie achten:
Wichtig: Eine Testschallplatte zeigt nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn die Grundjustage stimmt. Überhang und Kröpfung richten Sie zuvor mit einer Justageschablone aus, die Auflagekraft mit einer Tonarmwaage – mehr dazu in unserem Ratgeber Tonabnehmergewicht einstellen.
Justage mit der Test-LP – Schritt für Schritt
Grundjustage prüfen. Drehzahl mit einer Stroboskopscheibe kontrollieren, Überhang und Kröpfung mit der Schablone einstellen und die Auflagekraft nach Herstellerangabe setzen.
Platte und Nadel reinigen. Staub auf Testplatte oder Nadel verfälscht besonders die Abtasttests. Eine saubere Nadel schützt zugleich die empfindlichen Bänder.
Kanäle und Phase kontrollieren. Mit den Ansagen für links und rechts sowie dem gleich- und gegenphasigen Signal prüfen, ob Verkabelung und Polung stimmen.
Azimut einstellen. Das Übersprechen beider Kanäle beim 1-kHz-Ton vergleichen und den Tonabnehmer seitlich neigen, bis beide Werte möglichst gleich sind.
Antiskating feinjustieren. Die Abtastbänder Stufe für Stufe abspielen und das Antiskating so einstellen, dass Verzerrungen auf beiden Kanälen gleichzeitig einsetzen.
Resonanz prüfen und gegenhören. Mit den Tieftonbändern die Resonanz kontrollieren und das Ergebnis abschließend mit vertrauter Musik bestätigen.
Die passende Testschallplatte wählen
Bei Klangheimat führen wir Justage-Schallplatten renommierter Anbieter wie Ortofon, Clearaudio, Pro-Ject und Tacet. Sie bieten präzise geschnittene Testtöne für eine gezielte Feinabstimmung – über Sinustöne, Pegelabgleiche oder komplexe Rillenverläufe zur Überprüfung der Abtastfähigkeit. Welche Platte passt, hängt davon ab, wie Sie arbeiten möchten:
Einige Testschallplatten enthalten zudem Messbereiche für vertikale und horizontale Resonanzfrequenzen – besonders nützlich, wenn Sie Tonarm und Tonabnehmer neu kombinieren.
Testschallplatten – Fragen & Antworten
Was ist eine Testschallplatte?
Eine Testschallplatte, auch Test-LP, Justage-LP oder Messschallplatte genannt, enthält statt Musik präzise geschnittene Prüfsignale: Sinustöne, Kanal- und Phasentests, Abtastbänder mit steigender Auslenkung und Resonanztests. Damit lassen sich Tonabnehmer, Tonarm und Phonokette gezielt einstellen und kontrollieren.
Brauche ich für eine Testschallplatte Messgeräte?
Nein, viele Tests funktionieren nach Gehör: Kanalzuordnung, Phase, Abtastfähigkeit und Antiskating lassen sich über Ansagen und hörbare Verzerrungen beurteilen. Für eine besonders exakte Azimut-Einstellung über das Übersprechen ist ein Oszilloskop, ein Multimeter mit Wechselspannungsbereich oder eine Messsoftware am Computer hilfreich.
Wie stelle ich Antiskating mit einer Testschallplatte ein?
Spielen Sie die Abtastbänder mit steigender Auslenkung ab, bis die ersten Verzerrungen hörbar werden. Verzerrt nur der rechte Kanal, ist die Antiskating-Kraft meist zu gering; verzerrt nur der linke, ist sie zu hoch. Richtig eingestellt ist das Antiskating, wenn beide Kanäle gleichzeitig und gleich stark zu verzerren beginnen.
Kann ich das Antiskating auch mit einer Leerrille einstellen?
Als grober Anhaltspunkt ja, verlässlich ist es aber nicht. In einer unmodulierten Rille fehlt die Reibung, die beim Abtasten echter Musiksignale entsteht, und die Skatingkraft ist deshalb eine andere. Testbänder mit Modulation bilden die Bedingungen beim Musikhören deutlich besser ab.
Wie stelle ich den Azimut mit einer Testschallplatte ein?
Spielen Sie nacheinander den 1-kHz-Ton für den linken und den rechten Kanal ab und messen Sie jeweils, wie viel Signal auf den anderen Kanal überspricht. Den Tonabnehmer dann seitlich so neigen, dass das Übersprechen in beiden Richtungen möglichst gleich gering ist. Ein exakt senkrechter Nadelträger ist dafür der beste Ausgangspunkt.
Nutzt sich eine Testschallplatte ab?
Ja. Besonders die Abtastbänder mit hoher Auslenkung werden bei jedem Fehlabtasten beschädigt. Spielen Sie diese Bänder nur bis zu der Stufe, an der Verzerrungen hörbar werden, reinigen Sie Platte und Nadel vorher und nutzen Sie die Testschallplatte nur für die Justage – so bleibt sie über Jahre aussagekräftig.
Was ist der Unterschied zwischen einer Test-LP und einer Einspielplatte?
Eine Test-LP dient der Justage und Kontrolle. Eine Einspiel- oder Burn-in-Platte enthält dagegen breitbandige Sweeps und Rauschsignale, die einen neuen Tonabnehmer in kurzer Zeit einspielen sollen, damit sich die Nadelaufhängung schneller auf ihre endgültige Nachgiebigkeit einstellt.
Kann ich mit einer Testschallplatte auch die Drehzahl prüfen?
Viele Test-LPs enthalten einen Ton mit 3.150 Hz, mit dem sich Drehzahl und Gleichlaufschwankungen per Messgerät oder Smartphone-App bestimmen lassen. Für die schnelle Kontrolle ohne Technik ist eine Stroboskopscheibe die einfachste Lösung.
Ein kleines, aber mächtiges Werkzeug.
Wenn Sie Ihre Schallplatten mit optimalem Klang und minimalem Verschleiß hören möchten, führt an einer guten Testschallplatte kein Weg vorbei. Sie ist das Werkzeug für jeden, der Vinyl ernst nimmt. Entdecken Sie unsere Test-LPs und optimieren Sie Ihre Anlage mit technischer Präzision und klanglicher Überzeugung. Sie sind unsicher, welche Testschallplatte zu Ihrem Plattenspieler passt? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern.