Plattenspieler-Zubehör · Headshell-Kabel
Das schwächste Glied einer Analogkette bestimmt den Klang der gesamten Kette — und das schwächste Glied ist erschreckend oft dort zu finden, wo die wenigsten hinschauen: in den vier winzigen Verbindungskabeln zwischen Tonabnehmer und Headshell. Wer eine Phonovorstufe für mehrere Hundert Euro kauft und sein Interconnect-Kabel sorgfältig auswählt, aber an der allerersten Verbindung im Signalpfad spart, hat das Fundament seines Analogsystems auf schwankenden Boden gestellt. Das Signal, das der Tonabnehmer erzeugt, liegt im Millivolt-Bereich — empfindlicher als jedes andere Signal in der gesamten HiFi-Kette. Was hier verloren geht, wird nie wieder zurückgeholt. Das Ortofon LW-7N setzt an diesem kritischsten Punkt mit konsequentester Materialwahl an.
Das LW-7N ist ein hybrides Headshell-Kabel: Es kombiniert zwei verschiedene Kupferreinheiten in einem unsymmetrischen Leiteraufbau — drei dickere Adern aus 7N-Reinkupfer (99,99999 %) als signalführende Hauptleiter und sechzehn feinere Adern aus 6N-Reinkupfer (99,9999 %) als ergänzende Struktur. Die Kontakte sind rhodiniert. Vier Kabel im Set — eines pro Tonabnehmer-Pin, farbcodiert nach Ortofon-Standard für fehlerfreie Installation.
7N Reinkupfer
99,99999 % Kupferreinheit — die höchste Reinheitsstufe im audiophilen Kupferkabel-Segment, praktisch frei von leitungsstörenden Fremdpartikeln
Hybridaufbau
7N- und 6N-Leiter im unsymmetrischen Verbund — optimaler Querschnitt für Signalübertragung und mechanische Flexibilität
Rhodinierte Kontakte
Extrem oxidationsbeständig — dauerhaft niedrige Übergangswiderstände ohne regelmäßige Kontaktpflege
Das erste Glied der Kette
Das Phono-Signal eines MM-Tonabnehmers liegt bei etwa 2,5 bis 5,5 Millivolt — das MC-Signal noch weit darunter, bei 0,2 bis 0,5 mV. Zum Vergleich: ein Line-Signal liegt bei etwa 2.000 mV. An keiner anderen Stelle in der gesamten HiFi-Kette ist das Signal so schwach, so empfindlich gegenüber Widerstandserhöhungen, Oxidationsschichten und kapazitiven Störeinflüssen wie an diesem ersten Verbindungspunkt zwischen Tonabnehmer-Pin und Headshell-Klemme. Jeder Milliohm Übergangswiderstand, jede Oxidationsschicht, jede Fremdpartikel-Streuung im Leiter wirkt sich hier proportional stärker aus als an jeder anderen Position im Signalpfad.
Der häufige Fehler: Man investiert in einen hochwertigen Tonabnehmer und verlässt sich dabei auf die mitgelieferten Werks-Standardkabel, die in vielen Headshells aus einfachem, mittelreinem OFC-Kupfer mit vergoldeten Steckern bestehen. Das funktioniert — aber es ist nicht das Optimum. Das LW-7N schließt diese Lücke. Wer bereits die Investition in einen Tonabnehmer der Mittel- bis Oberklasse getätigt hat, für den ist das LW-7N die konsequente Ergänzung: Das erste Glied der Kette auf dem gleichen Qualitätsniveau wie alles Nachfolgende.
7N Kupfer — was steckt dahinter?
Die „N"-Klassifizierung beschreibt den Reinheitsgrad eines Metalls in Neunen: 4N bedeutet 99,99 % rein, 6N bedeutet 99,9999 % rein, 7N steht für 99,99999 % — der höchste im audiophilen Kabelmarkt erreichbare und verarbeitbare Reinheitsgrad. Der Unterschied zwischen 4N und 7N klingt marginal, ist physikalisch jedoch relevant: In einem Kupferleiter streuen elektrische Ladungsträger an Korngrenzen, Gitterbaufehlern und Fremdatomen. Je reiner das Kupfer, desto homogener die Kristallstruktur, desto geringer die Anzahl dieser Streuzentren — und desto verlustärmer die Signalübertragung. Bei den winzigen Phono-Signalen, um die es hier geht, ist dieser Unterschied kein audiophiles Glaubensgespräch mehr, sondern Signalphysik.
Das LW-7N verbindet dieses 7N-Kupfer im Hybridaufbau mit sechzehn feineren 6N-Adern: Die dickeren 7N-Leiter (Ø 0,26 mm) übernehmen die Hauptsignalübertragung, die sechzehn dünneren 6N-Adern (Ø 0,10 mm) ergänzen den Querschnitt und sorgen für die notwendige mechanische Flexibilität des Kabels im miniaturisierten Headshell-Kontext. Ein reines 7N-Kabel ohne diese Ergänzungsstruktur wäre entweder zu starr für die fragile Headshell-Umgebung oder zu dünn für eine zuverlässige Klemm-Verbindung am Tonabnehmer-Pin.
Die Kontaktschuhe des LW-7N sind rhodiniert — eine Materialentscheidung, die Ortofon bewusst trifft. Rhodium gehört zur Platingruppe und besitzt die höchste Oxidationsbeständigkeit aller Kontaktmetalle: Es bildet keine Oxidschicht, korrodiert unter normalen Bedingungen praktisch nicht und bleibt dauerhaft elektrisch neutral. Im Vergleich zu vergoldeten Kontakten — wie beim Vorgängermodell LW-6N — liegt Rhodium damit klar vorn, was Langzeitstabilität und den dauerhaften Schutz vor schleichendem Kontaktverfall betrifft. Ein Headshell-Kabel wird in der Praxis selten gewechselt — umso wichtiger, dass die Kontakte über Jahre zuverlässig bleiben.
Ortofon empfiehlt ausdrücklich, die Headshell-Kabel vor der Tonabnehmer-Montage am Headshell zu befestigen — also zuerst Kabel an Tonabnehmer und Headshell stecken, dann die gesamte Einheit auf dem Tonarm befestigen. Der Grund: Die Kontaktstifte an Ortofon-Tonabnehmern haben einen Durchmesser von 1,2 mm, die Klemmöffnungen der Headshell-Kabel jedoch nur 1,0 mm. Bei bereits montiertem Tonabnehmer ist der notwendige Kraftaufwand für das Aufstecken schwer zu kontrollieren — vorher verbunden bietet das System ausreichend Bewegungsfreiheit. Die Farbcodierung folgt dem Ortofon-Standard: Rot/Grün für den rechten Kanal (Signal/Masse), Weiß/Blau für den linken Kanal.
Im Ortofon-Kabelportfolio steht das LW-7N über dem LW-6N (rein vergoldete Kontakte, niedrigere Kupferreinheit) und unter dem LW-800S — dem Topmodell mit Reinsilber-Leitern und rhodinierten Kontakten für den absoluten Highend-Einsatz. Das LW-7N ist damit das ausgewogene Referenzkabel für jeden Tonabnehmer ab der mittleren Klasse aufwärts: klanglich ein spürbarer Schritt gegenüber Standardkabeln, in der Handhabung unkompliziert, in der Langzeitstabilität zuverlässig.
| Hersteller |
Ortofon (Dänemark) |
| Modell |
LW-7N |
| Leiteraufbau |
Unsymmetrischer Kupfer-Hybrid |
| Hauptleiter |
3 Adern Ø 0,26 mm — 7N-Reinkupfer (OFC 99,99999 %) |
| Ergänzungsleiter |
16 Adern Ø 0,10 mm — 6N-Reinkupfer (OFC 99,9999 %) |
| Kontakte |
Rhodiniert (Platingruppe, höchste Oxidationsbeständigkeit) |
| Kabellänge |
35 mm |
| Klemmöffnung |
1,0 mm (Ortofon-Tonabnehmer-Pins: 1,2 mm — Kabel vor Montage anschließen) |
| Farbcodierung |
Rot/Grün = rechts (Signal/Masse) · Weiß/Blau = links (Signal/Masse) |
| Einordnung im Portfolio |
Über LW-6N (vergoldet) · unter LW-800S (Reinsilber/rhodiniert) |
| Empfohlen für |
Alle Tonabnehmer ab Mittelklasse, serienmäßig im LH-9000 verbaut |
| Lieferumfang |
4× Headshell-Kabel LW-7N (1 vollständiger Kabelsatz) |